Kindergarten

Viele Eltern kennen das Problem der fehlenden Betreuungsplätze nur zu gut. Besonders in den sogenannten Ballungsgebieten wird es immer schwieriger einen Kitaplatz für die Kleinen zu finden. Dabei ist das Problem seit Jahren bekannt. Doch ändern will sich nichts, ganz im Gegenteil! Die Aussichten auf einen Betreuungsplatz werden immer geringer.

Unser Suche nach einem geeigneten Kitaplatz

Auch wir leben in einer größeren Stadt und leiden unter fehlenden Kindergartenplätzen. Die Wartelisten der hiesigen Kindergärten sind ellenlang und die Chance auf einen entsprechenden Platz ist sehr gering. Da auch die Zuckerfee in naher Zukunft einen Kindergarten besuchen soll, habe ich bereits recht früh mit der Suche angefangen. Ich habe mir zunächst alle Kindergärten aus dem unmittelbaren Umfeld herausgesucht und telefonisch nach Besichtigungsterminen gefragt. Eine Anmeldung ohne vorheriges Kennenlernen wäre für mich nicht in Frage gekommen. Schließlich möchte ich wissen, wer meine Tochter betreut und wo sie täglich einige Stunden verbringen wird.

Einige Einrichtungen waren sichtlich überrascht, dass ich eine persönliche Rundführung samt Kennenlernen wünschte. Andere waren dankbar oder haben mich zu einem gut besuchten Infotag eingeladen. Genau bei einem solchen Infotag ist mir bewusst geworden wie spät ich eigentlich dran bin. Viele schwangere Frauen besuchten Einrichtungen und ließen ihre Kinder bereits wenige Tage nach der Geburt vormerken.

Tatsächlich schrumpfte meine Liste mit in Frage kommenden Einrichtungen fast täglich. Nicht weil man mich abwies, sondern weil ich nicht mit der Einrichtung zufrieden war. Das gibt es nämlich auch. In machen Einrichtung gefielen mir weder das Konzept, noch die Räumlichkeiten. In einigen Kitas war mir das Personal einfach unsympathisch. Da kann ich tun und lassen was ich möchte, aber eine Anmeldung wäre nicht in Frage gekommen. Wir Eltern und Kinder müssen uns doch gleichermaßen in der Einrichtung wohlfühlen. Schließlich wird doch dort das kostbarste aus unserem Leben betreut – unsere Kinder!

Glücklicherweise haben wir recht schnell ein Aufnahmeangebot in unserer Wunscheinrichtung erhalten. Natürlich haben wir diesem unmittelbar zugestimmt. Wir freuen uns, dass wir dieses Glück hatten. Und blicken positiv auf die kommende Kindergartenzeit unserer Zuckerfee. Natürlich mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Schließlich ist sie nun groß und ein baldiges Kindergartenkind.

Ein Online-Verfahren soll die Anmeldungen erleichtern

Seit geraumer Zeit kann man in unserer Stadt seine Kinder nicht mehr in den Einrichtungen selbst anmelden. Stattdessen erfolgt die Anmeldung ausschließlich online. In einem Formular kann man insgesamt acht Wunscheinrichtungen angeben. Eine Priorisierung ist dabei nicht möglich. Alle gewünschten Einrichtungen erhalten nach dem Absenden einen entsprechenden Datensatz. Aus diesen Datensätzen wählen dann die Einrichtungen die neuaufzunehmenden Kinder auf. Für viele Einrichtungen ist das nicht sonderlich leicht, weil vielfach kein persönliches Kennenlernen stattgefunden hat. Einige Einrichtungen laden daher alle platzanfragenden Eltern selbst ein, andere führen Interessentenlisten. Fakt ist, dass die meisten Einrichtungen doch wissen wollen, welche Personen sich hinter einem Datensatz verstecken. Ob das nun richtig oder falsch ist, sei mal dahingestellt. Letztlich ist auch vielen Einrichtungen daran gelegen, dass die Kinder und Familien zu der Kita passen.

Nachdem ein Formular abgesendet wurde, ist eine Änderung durch die Eltern selbst nicht mehr möglich. Ab diesem Zeitpunkt heißt es dann hoffen! Hoffen darauf, dass eine der acht gewünschten Einrichtungen das eigene Kind aufnimmt. Ansonsten hat man ein wahrlich großes Problem. Die Kitas, die man nicht mehr angegeben konnte, werden dann natürlich belegt und ausgebucht sein. In diesem Fall bleibt wohl nur der Gang zum Jugendamt. Anschließend heißt es mit Sicherheit nochmals hoffen, dass ein Kitaplatz von dort aus vermittelt werden kann. Mit allergroßer Wahrscheinlichkeit handelt es sich dann jedoch um eine Einrichtung, welche man nicht kennt und eine gewisse Entfernung mit sich bringt. Ideal ist das meiner Meinung nach nicht. Alle Eltern haben offiziell einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz. Ich stelle mir die Frage, woher die fehlenden Plätze genommen werden sollen.

Die Einrichtungen filtern die Interessenten und legen häufig entsprechende Listen an

Aufgrund des Online-Verfahrens ist es umso wichtiger denn je, sich in den in Frage kommenden Kindergärten vorzustellen und sich quasi „zu bewerben“. Die Einrichtungen erhalten viele Anmeldungen von Eltern, die sich nie in der Einrichtung vorgestellt oder diese besichtigt haben. Da kann man sich mit einem Besuch des Kindergartens schon einen erheblichen Vorteil verschaffen. Der erste Eindruck ist bekanntlich der Wichtigste. Ich kann daher nur empfehlen sich gut vorzubereiten und eine Kita-Checkliste mit Fragen anzufertigen, die man an die ausgesuchte Kita hat. Dadurch behält man nach den Besichtigungen nicht nur selbst den Überblick, welche Kitas zu einem passen, sondern zeigt auch sein Interesse an der Einrichtung. Das ist in den allermeisten Kitas gern gesehen.

Um den Überblick zu behalten, wer eine Einrichtung besichtigt hat, legen sich viele Leitungen Listen an. Mir ist aufgefallen, dass neben dem Namen der Interessenten auch ein Platz für handgeschriebene Notizen ist. Von einigen Kitas weiß ich es und bei anderen vermute ich stark, dass dort der erste Eindruck vermerkt wird. Schließlich sitzen die Leitungen und Träger irgendwann vor gesichtslosen Listen und müssen entscheiden, welche Kinder aufgenommen werden

Mehr Transparent und Vereinfachung durch das Online Verfahren?

Auf der Internetpräsenz unserer Stadt steht, dass das Online-Verfahren zur Kitaplatz Anmeldung nun einfacher und transparenter für die Eltern sein soll. Ich vermute jedoch, unsere Stadt möchte mit dem Verfahren vermeiden, dass Einrichtungen sich die Rosinen rauspicken. Natürlich ist es nicht fair, dass Eltern auf der Strecke bleiben, nur weil der Leitung eine Nase nicht passt. Jedoch sollten Kinder, Eltern und Kita zusammen passen. Und das kann man nur in vorherigen Gesprächen und eben einem Kennenlernen feststellen. Daher ist es nun noch wichtiger sich vorzustellen, sich zu bewerben und dran zu bleiben.

Meine persönliche Empfehlung: Besucht die Feste und Veranstaltungen eurer Wunscheinrichtungen. Lasst euch blicken und zeigt Interesse an der Kita! Bereitet euch auf das erste Gespräch genauso vor, wie ihr es bei einem Bewerbungsgespräch im Job tun würdet. Der erste Eindruck zählt! Eine zweite Chance hat man kaum oder besser gar nicht!

Checkliste für Besichtigungen:

Also ich habe mir im Vorfeld eine Liste mit folgenden Fragen gefertigt:

Allgemeines zur Einrichtung

  • Öffnungs- und Betreuungszeiten  (inkl. Schließungszeiten)
  • Gruppenanzahl und Anzahl der Kinder je Gruppe
  • Personalstärke
  • Festangestellte Mitarbeiter (Bezugsperson)
  • Pädagogisches Konzept
  • Träger (freier Träger, städtische oder kirchliche Einrichtung)

Konzept bzw. Konzeption

  • Einbeziehung der Eltern (z.B. Engagement, Laternenbasteln)
  • Tagesablauf bzw. -struktur
  • Angebote für Kinder (z.B. Sport, Musik, Kreativangebote, Sprachen)
  • Kosten (neben der offiziellen Elternbeträge z.B. Feste, Essen)

Einrichtung bzw. Ausstattung

  • Einrichtung
  • Schlaf- und Rückzugsmöglichkeiten

Sonstige Angebote

  • Angebote für Eltern (z.B. Elternnachmittage, Elterntreffen, Beratungen)
  • Feste und Veranstaltungen
  • Ausflüge
  • Besondere Angebote für baldige Schulkinder (Maxikinder)

Und denkt immer dran: Ihr wollt einen Kitaplatz in einer eurer Wunscheinrichtungen. Am besten schaut ihr euch vorab die Internetpräsenzen oder Aushänge der jeweiligen Einrichtung an. Einiges könnt ihr sicherlich auch dort schon entnehmen und in eurer Checkliste vermerken. Eventuell könnt ihr hierzu gezielt Fragen stellen. Das hinterlässt nicht nur einen guten Eindruck, sondern ihr seid zudem auf das Gespräch vorbereitet. Ist es eine offene Besichtigung der Einrichtung, so stellt euch nicht in den Schatten von anderen Eltern. Nehmt aktiv am Gespräch und der Führung teil.

Ich wünsche euch allen viel Erfolg einen passenden Kitaplatz für eure Kinder zu finden!

 

 

 

 

 

 

 

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