Kleinkind mit Katze

Wir befinden uns bereist in der ersten Dezember Woche und Weihnachten steht vor der Tür. Auf vielen Wunschzetteln von Kindern stehen Haustiere ganz weit oben. Die meisten Eltern werden sich nun fragen, wie mit diesem Wunsch umgegangen werden sollte. Dem eigenen Nachwuchs einen Wunsch abzuschlagen, dass möchte wohl niemand. Allerdings weiß mittlerweile so ziemlich jeder, dass Haustiere nicht unter den Weihnachtsbaum gehören. Eine solche Wunscherfüllung gehört gemeinsam mit der Familie überdacht und geplant. Heute geht es also um Kind und Haustier

Dafür ist nach Weihnachten, also im kommenden Jahr noch genügend Zeit. Denn eine solche Wunscherfüllung „die Anschaffung eines Haustieres“ sollte sehr gut überlegt, mit der gesamten Familie diskutiert und langfristig geplant sein. Viele Überlegungen wie zum Beispiel „Passt ein Haustier wirklich in den Familienalltag?“ „Ist das eigene Kind bereit die Verantwortung für ein Tier zu übernehmen?“ „Wie viel Zeit benötigt ein Tier für die Aufmerksamkeit und vor allem, welche Kosten wird das Tier verursachen?“

Gerne möchte ich zunächst etwas zu meinen Erfahrungen rund um das Thema „Haustiere während der Schwangerschaft“ und „Kind und Haustier“ erzählen. Einen solchen Erfahrungsbericht hätte ich sehr am Anfang meiner Schwangerschaft gelesen. Einfach um zu wissen, wie könnte es werden oder wie wird es mit Kind und Haustier sein.

Über uns und unsere tierischen Familienmitglieder

Ich selbst bin mit zwei Katzen, genau genommen zwei Katern ;), aufgewachsen und habe recht früh den Umgang mit tierischen Mitbewohnern gelernt. Im Laufe meiner Kindheit sind einige Pflegetiere eingezogen und auch unser eigener Tierbestand wuchs.

Heute leben bei uns zwei Katzen und unser Rauhaardackel-Terrier-Mix (welch eine Wortzusammensetzung) bei uns. Unsere beiden Katzen haben wir im Jahre 2010 als Katzenwelpen adoptiert. Katzenwelpen aufzunehmen war damals so gar nicht mein Wunsch als wir die hiesigen Tierheime aufsuchten. In meinen Vorstellungen wollte ich doch gerne bereits zwei erwachsene und reife Tiere aufnehmen. Aber wie es so schön ist, kam es damals anders und unsere heutigen Tiger suchten dringend ein Zuhause. Galten sie doch damals, aufgrund von Krankheit und Sozialverhalten, als schwervermittelbar und Platzfüller des Tierheims.

Unser Hund zog 2015 als ruhiger und bereits erwachsener Zeitgenosse bei uns ein.

Meine Schwangerschaft veränderte bereits unser gemeinsames Leben

Als ich mit der Zuckerfee in Umständen war merkte ich recht schnell, dass ich oft an meine körperlichen Grenzen stieß. Ich musste meiner täglichen Arbeit beruflich und auch privat nachgehen, musste den Haushalt schmeißen und mich um die Vierbeiner kümmern. Obwohl ich eine absolut tolle Schwangerschaft hatte, setzte mir das häufig zu. Insbesondere in den Abendstunden war ich sehr müde und schlief häufig früh auf dem Sofa ein. Bis dorthin waren die Abendstunden den Kuscheleinheiten der Katzen gewidmet. Zurückblickend weiß ich, dass unsere beiden Tiger genau wussten, weshalb ich so müde war. Unser Kater liebte es, auf meinem Bauch zu liegen und ein Stückweit in mich hineinzuhören. Dennoch spürte ich, dass sie anfingen sich zurückzuziehen.

Unser Hund bemerkte die körperlichen Veränderungen ebenfalls. Streicheleinheiten forderte er viel weniger ein und das Toben war im letzten Schwangerschaftsdrittel vorbei. Das tägliche Spaziergehen mit dem Hund ist meiner Oma und meinem Vater vorbehalten. Das war auch gut so. Ich hätte es an manchen Tagen aufgrund von Müdigkeit nicht geschafft.

In der Schwangerschaft selbst, hätte ich mir keine Haustiere angeschafft. Weder wäre es für mein Gemüt förderlich gewesen, noch hätte ich die Bedürfnisse der Tiere wirklich bedienen können.

Der Einzug der Zuckerfee und die ersten drei Monaten

Bevor die Zuckerfee geboren wurde, habe ich mir viele Gedanken um das Baby und um unsere Haustiere gemacht. Viele Fragen machten mein Inneres unsicher. Die allergrößte Frage stellte ich mir täglich, wie werden unsere drei Fellnasen auf unser Baby reagieren. Werden sie eifersüchtig sein? Oder  sich freuen? Können sie unser Baby akzeptieren? Heute weiß ich, dass ich mir viel zu viele Gedanken gemacht habe.

Unsere drei Fellnasen waren am Tag der Ankunft unserer Tochter sehr angespannt und neugierig zugleich. Mein Gefühl sagte mir damals, dass sie nicht wirklich wussten was da vor ihnen lag. Die ersten Wochen und Tage vergingen wie im Flug. Ich selbst hatte keine Zeit für unsere drei Haustiere. Ob ich sie gefüttert habe oder das Katzenklo gereinigt habe, kann ich gar nicht mehr sagen. Ich schätze, dass mein Mann diese arbeiten übernommen hat. Ich hatte die drei auch seit unserer Ankunft kaum bis gar nicht gesehen. Spätestens wenn unsere Zuckerfee weinte waren die beiden Katzen weg und unser Hund wurde laut vor Aufregung.

Kurz und knapp gesagt, die ersten drei Monate habe ich mich gar nicht um meine Tiere gekümmert! Vielleicht weiß ich es auch einfach nur nicht. Für mich ist es ein Zeichen, dass sie vollständig in den Hintergrund gerückt sind. Nicht aus böser Absicht, dafür liebe ich sie einfach zu sehr, sondern aufgrund der veränderten Rahmenbedingungen. Heute tut es mir sehr leid, dass ich den drein in dieser Zeit nicht gerecht geworden bin. Sicherlich fühlten sie sich ein Stückweit oder vollständig vernachlässigt. Aber immerhin hat unser Kater nachts die Chance genutzt und mit mir schlafend im Bett gekuschelt.

Wir alle wuchsen mit unseren neuen Aufgaben

Mit der Zeit wuchs ich in die Aufgaben einer Mutter hinein. Das machte es mir auch einfacher nebenbei unsere Tiere zu versorgen. Ja zu versorgen! Das ist genau der richtige Begriff. Durch die Zuckerfee wurde ich täglich enorm eingespannt und mir blieben nur wenige Minuten an freier Zeit täglich. Wenn sie schlief, machte ich den Haushalt, lernte für die Hochschule oder ruhte mich einfach mal aus. Mit fortschreitendem Alter kamen dann immer mehr verpflichtende Termine auf uns zu. Da wir die meisten Orte mit öffentlichen Verkehrsmitteln aufsuchten, gingen viele Zeitstunden für diverse Kursbesuche verloren. Was heißt verlorene Zeitstunden?! Ich habe die gemeinsamen Stunden stets geliebt und würde sie sehr gerne immer wieder so verbringen wollen. Die Routine ist zwar eingekehrt, freie Zeit bleibt dennoch Mangelware.

Würde man mich nun fragen, ob ich mir in der ersten Zeit ein Haustier anschaffen würde, müsste ich es klar verneinen. Ich könnte den Bedürfnissen dieser Wesen nicht gerecht werden. Das was ich ja nun rückwirkend betrachtet sehr gut sagen kann! Ich bin ihnen schließlich nicht gerecht geworden. Sie wurden die meiste Zeit mit einem Automatismus versorgt. Liebevolle Zuwendungen blieben so ziemlich immer auf der Strecke.

Unserer Mehrgenartionenhaushalt fängt es auf

Unsere Tiere haben einfach das wunderbare Glück täglich viele Menschen um sich herum zu haben. Irgendwer findet sich hier immer für eine kurze oder längere Schmusepause. Ohne meine Familie würde unseren Fellnasen viel Zuneigung und Aufmerksamkeit fehlen. Dennoch bricht es mir oft das Herz! Einst waren sie meine Babys.

Hier gehts zu den weiteren Artikeln aus dieser Reihe:

Artikel-Reihe: Kind und Haustier – Unsere ersten Monate

Artikel Reihe: Kind und Haustier – Freunde fürs Leben

Artikel Reihe: Kind und Haustier – Anschaffungsüberlegungen

 

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