Kinderfoto Hinterhaupt

Heute möchte ich mich gerne dem Thema „Kinderbilder im Internet“ widmen und meine Sichtweise dazu darstellen. Es ist ein recht heikles und streitverursachendes Thema, dass allerdings sehr kritisch betrachtet werden sollte. Sicherlich ist einigen schon aufgefallen, dass ich keine erkennbaren Bilder meiner Zuckerfee veröffentliche. Förderlich ist es bei dem Betrieb eines eigenen Blogs sicherlich nicht, aber hoffentlich dennoch für viele Leser nachvollziehbar. Für mich ist es zum Schutz meiner Zuckerfee unumgänglich.

Weshalb wir unsere Fotos gerne mit anderen teilen

Wir alle sind Eltern und wissen was uns mächtig stolz macht. Unsere Kinder! Jede Handlung und jeder Augenblick unserer Kinder ist kostbar und dank Smartphone oder Digitalkamera schnell für die Ewigkeit festgehalten. Genauso schnell veröffentlichen und teilen wir unsere Bilder mit Freunden und/oder Dritten. Klar, wir sind stolz und das wollen wir zeigen.

Bis vor wenigen Jahren war das nicht so einfach. Kamerafilme wurden zunächst in einem Fotogeschäft entwickelt werden. Alternativ ging das auch in der Drogerie. Danach wurden sie mühsam in Alben eingeklebt. Wer diese Bilder sehen sollte oder wollte, musste vor Ort sein, um sie sichten zu können. Das ist heute alles zu Zeiten des Internets nicht mehr notwendig. Ist ein Bild mit dem Smartphone eingefangen, kann es innerhalb weniger Minuten in soziale Netzwerke oder eigene Blogs eingebunden bzw. hochgeladen werden. Genauso wird es auch täglich tausendfach praktiziert.

Positive Reaktionen stärken das Selbstbewusstsein

Schöne Fotos werden gerne mit Freunden, Bekannten und der Familie geteilt. Viele positive Reaktionen auf die Bilder stärken das Selbstbewusstsein und sorgen für Glücksmomente. Anerkennung gehört schließlich zu den essentiellen Bedürfnissen eines jeden Menschen. Dadurch wird vielfach vergessen, dass das unüberlegte Teilen von Informationen weitreichende Konsequenzen haben kann. Die möglichen Folgen geraten insbesondere dann in Vergessenheit, wenn die aufgenommenen Bilder supersüße Schnappschüsse sind und viele positive Resonanzen absehbar sind.

Im realen Leben schützen wir unsere Kinder vor möglichen Gefahren

Sobald wir im realen Leben eine Gefahr für unsere Kinder erkennen versuchen wir diese mit allen möglichen Mitteln abzuwenden. In vielen städtischen und ländlichen Regionen lassen wir unsere Kinder nicht mehr aus den Augen und begleiten sie selbst zum Spielplatz vor dem Haus. Alleine zur Schule laufen oder die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen dürfen viele Kinder schon lange nicht mehr. Zu groß sind die möglichen Gefahren. Die Kleinen können schließlich im Straßenverkehr verletzt oder von anderen Personen angegriffen werden. Im schlimmsten Fall der Fälle ist eine Entführung denkbar.

Aber nicht nur dort sehen wir die Gefahr. Ein Fremder wird z.B. dabei beobachtet wie er fremde Kinder beim Spielen fotografiert und vom Fenster aus beobachtet. Ein Albtraum für so ziemlich alle Eltern. Innerhalb von Sekunden entstehen Wut und Aggressionen. Der menschliche Instinkt schaltet auf Beschützen um. Die allermeisten werden sich danach die Frage stellen, weshalb er wohl die spielendenden Kinder fotografiert. Wozu er die gemachten Bilder verwenden wird oder verwenden wollte. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt.

Aber aus welchem Grund auch immer, heute hat es dieser Mensch einfacher und braucht das Risiko des Erwischens nicht mehr eingehen. Er kann sich nämlich an den Bildern in sozialen Netzwerken frei bedienen. Auswahl gibt es dort zu Genüge. Zudem muss diese Person kaum etwas dafür tun, denn es reicht ein Account mit gefälschtem Namen aus. Innerhalb weniger Minuten hat die Person nun die Möglichkeit auf unzählbare öffentlich verbreitete Kinderbilder zuzugreifen. Mir als Mutter graut es allein bei diesem Gedanken, denn was möchte dieser Fremde mit einem Bild meines Kindes?

Kinderfoto verpixel

Das Internet vergisst nicht

Diese Überschrift kennt als Satz doch wirklich jeder. Und genau so ist es auch. Einmal veröffentliche Informationen schwirren dauerhaft im Internet umher oder sind nur sehr schwer wieder zu löschen. Wenn überhaupt möglich. Und so ist es auch mit allen eingestellten Bildern. Tatsächlich weiß niemand zu welcher Zeit ein Bild erneut bzw. wieder aus der Vergessenheit auftaucht. Manchmal blättere ich durch meine Startseite bei Facebook und bemerke uralte Vermisstenanzeigen, die erneut hervor gekramt wurden. Die gesuchte Person ist bereits seit mehreren Jahren wieder wohlbehalten Zuhause. Kaum jemand überprüft die Aktualität.

Informationen werden geteilt was das Zeug hält. Wer kann absehen, was mit den eigenen Bildern dahingehend passieren wird? Werden sie Jahre später wieder geteilt oder kursieren sie zweckentfremdet im Netz herum? Kinderbilder die Jahre zuvor als niedlich von den Eltern und Freunden empfunden wurde, können dann dem Kind durchaus peinlich sein oder gar zum Verhängnis werden. Mobbing ist hier das Stichwort. Und auch davor müssen wir unsere Kinder schützen!

Kinderfoto mit AufkleberVerletzung von Persönlichkeitsrechten

Relativ oft habe ich schon gehört, dass sich Internetnutzer in ihren Persönlichkeitsrechten verletzt gefühlt haben. Zum Beispiel dann, wenn Dritte alte Schulfotos hochgeladen und ungefragt veröffentlicht haben. Und das kann ich absolut nachvollziehen und wäre ebenfalls sehr wütend. Genau an dieser Stelle kann an die Persönlichkeitsrechte der Kinder verwiesen werden, denn sie haben dieselben. Nur das hier nicht die Kinder für sich selbst entscheiden, sondern die Eltern bzw. Sorgeberechtigten. Vielfach wird über diese Rechte nicht einmal nachgedacht. Ältere Kinder bzw. Jugendliche können bzw. sollten vor dem Einstellen von Bildern gefragt werden. Ab einem gewissen Alter des Kindes bzw. Jugendlichen ist die Zustimmung gesetzesmäßig unumgänglich.

Privatsphäre- und Sicherheitseinstellungen anpassen

Grundsätzlich spreche ich mich dafür aus, keine kenntlichen Kinderfotos im Internet zu veröffentlichen. Ausnahmen darf es natürlich geben. Besonders gegen unkenntlich gemachte Bilder spricht in meinen Augen nichts. Beides ist jedoch lediglich meine Auffassung zum Umgang mit Kinderbildern. Bevor Bilder der eigenen Kinder veröffentlicht werden, sollten zum Beispiel gerade in sozialen Netzwerken die Privatsphäre- und Sicherheitseinstellungen angepasst werden. Dadurch kann beispielweise festgelegt werden, welche Personen die Bilder sehen, kommentieren und teilen können. Jedoch sollte jedem Anwender bewusst sein, dass eine wirkliche Kontrolle niemals gegeben sein kann. Letztlich sprechen wir vom Internet mit all seine Tücken und Macken. Zudem werden kreative Menschen sämtliche Einstellungen umgehen können.

Mit einigen Anpassungen können Bilder (recht) unbedenklich ins Internet gestellt werden:

Die Kinder um Erlaubnis fragen

Sind unsere Kinder alt genug, sollten wir Eltern sie stets um Erlaubnis fragen. Ob Zustimmung oder Ablehnung, die Entscheidung unserer Kinder müssen wir auf alle Fälle respektieren. Und gegebenenfalls keine Kinderbilder veröffentlichen.

Bilder mit Bedacht auswählen

Zu jeder Zeit sollte gewährleistet sein, dass die Kinder vollständig bekleidet und in keinen unangebrachten Posen zu sehen sind. Als Richtmaß können Eltern sich die Frage stellen: „Würde ich ein Foto von mir selbst in dieser Form veröffentlichen? “ Können wir Eltern diese Frage nicht mit einem klaren „Ja“ beantwortet werden, sollte wir das Bild keinesfalls veröffentlichen.

Keine persönlichen Daten des Kindes angeben

Wir Eltern sollten niemals zu viel vom Leben unserer Kinder Preis geben und dazu zählen auch die personenbezogene Daten unserer Schützlinge. Wir sollten dieses niemals zusammen mit Bildern veröffentlichen. Neben den reinen persönlichen Daten zählen auch Adressen von besuchten Einrichtungen (Kindergärten, Schulen, Jugendzentren, etc.) dazu. Niemand möchte sein Kind durch Bilder kuriosen Gestalten anbieten.

Überprüfung der Privatsphäre- und Sicherheitseinstellungen

Vor der endgültigen Veröffentlichung von Kinderbildern sollte nochmals ein Blick auf die vorausgewählten Einstellungen, insbesondere in sozialen Netzwerken, geworfen werden. Sofern möglich, sollte die Sichtbarkeit und Weiterverarbeitung eingeschränkt werden. Auch ein Blick auf die Freundeslisten kann sehr hilfreich sein. Unbekannte oder gefälschte Profile haben in der den Freundschaftslisten nichts zu suchen und sollten entfernt werden.

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